Theaterstück zum Gedenktag der Opfer des Nationalsozialismus ...von der Idee bis zur Umsetzung Da das Konzept jetzt stand, konnte es eigentlich mit den Proben beginnen. Aber Frau Marenke fand die perfekte Bühne in der Zehntscheuer. Hier bauten
Christina Hier geht's zu den Dialogen des Theaterstücks. Vielen Dank an:
Im Dezember ging es los. Die kleine, sehr kleine Mannschaft von Frau Marenkes
Theatergruppe traf sich zum ersten Mal. Alle sprühten vor Energie und konnten
es kaum erwarten. Schnell war man sich einig, dass man ein Theaterstück
aufführen wollte. Bei diesen Talenten konnten wir ja gar nicht anders. Dieses
besondere Talent durfte man auf keinen Fall untergraben. Hollywood müsse sich
hüten! Hier kommen die nächsten Oscarpreisträger. Allerdings waren wir nicht
nur Schauspieler sondern auch Drehbuchautoren und das nicht einmal streikend.
Nach und nach entstand ein Konzept. Schließlich hatten wir dann das Thema: Das
Ankommen jüdischer Menschen im Konzentrationslager Auschwitz und das
Sortieren in „brauchbar“ und „nicht brauchbar“. Natürlich war das sehr hart und
ich glaube, dass uns die Grausamkeit dieser Verbrechen erst richtig klar wurde.
Die Ideen bekamen wir auch aus dem Film „Sobibor“ der mir zumindest die
Unmenschlichkeit dieses Regimes klar machte. Besonders die Szene, die ihr im
Videoclip sehen könnt, als der Zug einrollt und die Soldaten auf ihm stehen,
lassen einem das Blut in den Adern gefrieren.
Leider hatten wir aber nicht genug Schauspieler. Viele waren einfach zu
schüchtern, auch die, von denen man es nicht erwartet hätte:). Nach kräftiger
PR-Arbeit hatten wir dann aber alle zusammen, denn dass ich den SS-Soldaten
spiele, soweit hätte man es nicht kommen lassen dürfen. Die ersten Proben
begannen und Frau Marenke zeigte uns die richtige Haltung, den richtigen Ton
und das richtige Auftreten. Besonders die SS-Soldaten nahm sie unter ihre
Fittiche. Aber es hat sich gelohnt. Auch wenn die Hauptprobe uns „den Brei
gebracht“ hat, klappten alle Auftritte. Wenn ihr wissen wollt, was es damit auf
sich hat, fragt uns. Die große Schwierigkeit war aber noch die Kulisse! Wie soll
man einen Zug darstellen, was sollen wir anziehen, wo spielen wir, wie können wir
das mit den Mikros lösen und wie sollen wir das alles überhaupt darstellen?
HIIIIILLFFFFEEEEE!!!
wir mit Tüchern den Zug. Die Räder und Fenster wurden mit sehr viel
Kreativität und Liebe von den Schüchternen gemacht, die sich nicht selbst auf
die Bühne trauten. Auch die Judensterne. Die Hakenkreuzbinden und die
Kapobinden stellten sie her. Dies löste immer bei denen erschrockene Blicke
aus, die Frau Marenke in ihrem Zimmer besuchten. Die Kostüme wurden von Oma
geliehen und brachten viele Schmerzen mit sich. Ich fragte mich nach diesem
Tag: “Wie können Frauen bloß hohe Schuhe tragen?“ Die Technik übernahmen
dann Roman mit seinen Assistenten Florian und Markus. Sie kümmerten sich um die Filmszenen, die Musik, die Mikros, das Licht das Filmen…
Alles war geschafft. Wir saßen im Zug mit unseren Sternen auf der Kleidung,
den Kränzchen und Zöpfchen auf dem Kopf, den Röcken und den furchtbar
unbequemen Schuhen. Alle waren total aufgeregt. Den ersten, denen wir unser
Theater vorspielen sollten waren die Klassen 9 und 10. „Na ja, das Schlimmste
am Anfang“ dachten wir und los gings. Alles klappte und wir waren furchtbar
froh. Die nächsten zweimal waren dann kein Problem mehr. Auch die Presse war
da und wir durften unsere Erlebnisse erzählen. So kamen wir sogar in der
Zeitung. Wer den Bericht noch nicht gelesen hat, hier ist er noch mal:
zum Zeitungsausschnitt...
Und da ich jetzt genug über die Hintergründe gesprochen habe, hier das
Ergebnis
Die Schauspieler:
| Kapo: | Eric |
| Kleiner Junge: | Adriana |
| SS-Mann 1: | Sebastian |
| SS-Mann 2: | Denis |
| Alter Mann: | Marco |
| Junger Mann (Arzt) | Christoph |
| Schwangere Frau | Simone |
| Ihr Mann | Tobias |
| Großmutter | Andrea |
| Enkelin | Aylin |
| Schwester 1 | Birgit |
| Schwester 2 | Christina |
| Mutter | Regina |
| Tochter | Laura |
| Schwester 3 | Simone |
| Schwester 4 | Bettina |
Die Rednerin:
Melanie
Die Technik:
Roman
Florian
Markus
Unter der Leitung von Karen Marenke