Dialoge des Theaterstücks zum Gedenktag:

Eine Beschreibung des Geschichte-Projekts finden Sie hier.

Begrüßung der Ankommenden im Lager

SS-Soldat 1: Sie sind hier im Arbeitslager Auschwitz-Birkenau. Sie werden hier arbeiten und wenn Sie Ihre Arbeit gut erledigen wird ihnen nichts geschehen. Sie bekommen später von uns Postkarten, damit Sie Ihren Angehörigen Bescheid geben können, dass Sie gut angekommen sind. Wir werden die Karten dann für Sie verschicken

SS-Soldat 2: Wir haben gehört, dass in anderen Lagern Krankheiten ausgebrochen sind. Hier in unserem Lager wollen wir keine Krankheiten. Wir achten deshalb auf beste Hygiene: Sie werden nachher zu den Duschen gebracht. Männer und Frauen duschen getrennt, deshalb werden Sie gleich aufgeteilt. Frauen und Kinderstellen sich auf der linken Seite auf, Männer und Jungen ab zwölf auf der Rechten. Vor dem Duschen ziehen Sie sich aus. Frauen werden die Haare geschnitten. Achten Sie darauf, dass Sie ihre Kleidung vor dem Duschen ordentlich zusammenlegen und merken Sie sich, wo Sie die Kleidung abgelegt haben. Jetzt stellen Sie sich in Reihen auf

SS-Soldat 2: Frauen und Kinder hierher

SS-Soldat 1: Männer auf diese Seite

Dialog 1: Kind/Kapo

Kapo:           Du musst zu deiner Mutter

Kind:           Aber meine Mutter ist nicht da-ich finde sie nicht

Kapo:           Wie alt bist du denn?

Kind:           Ich bin 11 Jahre alt

Kapo:           Dann geh zu deinem Vater: Weißt du wo er ist? Und wenn man dich fragt sagst du, dass du zwölf bist und immer deinem Vater hilfst.

SS-Mann:    Was soll das Theater da?

Kapo:           Hab nur gefragt, wie alt er ist. Er sieht noch so klein aus aber er ist schon zwölf.

SS-Mann:    Los weiter jetzt. Wir sind doch nicht im Kindergarten: Auf schneller jetzt. Haben einfach keine Ordnung im Blut. So was aber auch

 

Dialog 2: Älterer Mann/Jüngerer Mann

Ä:               Mein Gott, dass es so weit kommen musste

J:                Was ist denn? Es wird schon nicht so schlimm werden.

Ä:               Es wird noch schlimmer werden- ich weiß das-ich bin alt. Mich kann keiner mehr gebrauchen und die wollen uns doch sowieso loswerden.

J:               Ja aber das ist doch noch nicht gesagt, man darf die Hoffnung doch nicht aufgeben

Ä:               Hoffnung-schauen Sie sich die doch an. Worauf sollte ich da noch Hoffnung haben? Vielleicht gibt es für Sie noch Hoffnug-ich habe gehört die brauchen Handwerker. Sind Sie Handwerker?

J:                Ich bin Arzt

Ä:               Sagen Sie lieber, dass Sie Handwerker sind. Glauben Sie mir!

 

Dialog 3: Jung verheiratetes Paar

Frau;           Schatz, lass mich nicht allein, ich habe solche Angst.

Mann:          Beruhige dich-ich werde dich finden. Das verspreche ich dir.

Frau:           Und wenn nicht-ich will bei dir bleiben

Mann:          Vorsicht, da kommt einer. Stell dich in die Reihe der Frauen-ich find dich. Du weißt doch wie sehr ich liebe.

Frau:           Ich dich auch-bitte pass auf dich und such mich, sobald es geht. Wir sollen ja nur duschen und da ist es ja klar, dass Männer und Frauen getrennt werden. Ich hab solche Angst

 

Dialog 4: Großmutter mit 6-jähriger Enkelin

Enkelin:       Oma, was sollen wir hier und wo sind Mama und Papa? Du hast doch gesagt, dass wir sie bestimmt wieder finden

Großmutter. Ja, ja bestimmt. Aber jetzt müssen wir uns erst mal in die Reihe stellen und dann gehen wir später deine Mama und dein Papa suchen. Sie jetzt still, sonst schreien die dich wieder an. Sei brav und bleib bei mir

 

Dialog 5: Zwei Schwestern (Mitte 20), Kapo

Schwester 1:         Was geschieht denn hier? Können Sie uns sagen, was hier geschieht?

Kapo:                    Wenn man Sie fragt, sagen Sie, dass Sie Näherinnen sind

Schwester 1:         Warum? Ich kann doch gar nicht nähen.

Schwester 2:        Doch ich, ich kann gut nähen. Ich werde es dir beibringen. Aber sag es

                            einfach

Kapo:                    Ja prima-sagen Sie das

Schwester 1:         Aber wenn ich es doch nicht kann.

Schwester 2:        Sei still und sag es einfach, sag es. Glaub mir

 

Dialog 6: Mutter mit 14-jähriger Tochter

Tochter:      Jetzt sag mir doch, was wir hier sollen

Mutter:       Sei still-wir werden hier arbeiten müssen, hat er doch gesagt

Tochter:      Aber was soll ich denn arbeiten? Ich will schlafen und Hunger habe ich auch

Mutter:       Ja, ich doch auch. Aber es sieht hier nicht so aus, als ob wir viel bekommen würden. Sei doch einfach still und warte ab

Tochter:      Das ist ja wieder typisch für dich-immer soll ich still sein und meinen Mund halten

SS-Soldat: Was ist denn da hinten los? Ruhe jetzt!

 

SS-Soldat 1:         Gibt es Handwerker hier?

Junge:         Ich habe immer meinem Vater geholfen und der war Schmied

Mann:          Ich bin Schmied

SS-Soldat: Was können Sie?

Arzt:          Ich bin Schreiner

SS-Soldat: Wo haben Sie ihre Ausbildung gemacht

Arzt:          Ich hab vor 10 Jahren meine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen

 

SS-Soldat 2: Gibt es Näherinnen unter Ihnen?

Schwester 2: Ja ich, ich bin Näherin

SS- Soldat2: Was ist mit ihnen?

Schwester 1: Ich kann ein bisschen nähen

SS-Soldat2: Ein bisschen ist nicht genug