Artikel aus dem Alb-Boten

 

Münsingen.  Wie beliebt Walter Stärk als Rektor der Gustav-Mesmer-Realschule war, wurde bei seiner Verabschiedung am Montag deutlich. Er geht nun in den Ruhestand, seine Nachfolge tritt Magdalena Kalbfell an.

Für Walter Stärk muss die Gustav-Mesmer-Realschule wohl etwas wie Heimat gewesen sein, hat er hier doch fast 30 Jahre seines Lebens verbracht. 1981 trat er als Mathematik- und Techniklehrer seinen Dienst an, denn ihm war, wie er rückblickend erklärte, schon immer klar, dass er mit jungen Menschen umgehen wollte. Jetzt konnte er im Rahmen seiner feierlichen Verabschiedung in der Zehntscheuer von einer "guten Entscheidung" sprechen, die ihm viele schöne Jahre mit gelungenen Projekten, Abschlussfahrten und unzähligen Schülern mit großartigen Leistungen beschert hätte.

Er war Verbindungslehrer und Fachschaftsvorsitzender in Mathematik und Technik, außerdem hat er sich in der Lehrerausbildung engagiert. 2004 wechselte Stärk zum Regierungspräsidium Tübingen, doch bereits zwei Jahre später zog es ihn wieder an seine alte Wirkungsstätte als Schulleiter zurück. "Ich habe früh gemerkt, dass Walter Stärk weiß, was er sagt, aber nicht immer sagt, was er weiß. Damit ist er sehr gut gefahren", meinte der leitende Schulamtsdirektor Roland Hocker lobend. In den fünf Jahren seiner Schulleitung hätte Stärk Verantwortung getragen und Weichen gestellt, so dass die Realschule heute modern aufgestellt und an dem orientiert sei, was Kinder brauchen.

Laut Bürgermeister Mike Münzing handelte der Rektor stets nach dem obersten Anliegen der Realschule, Persönlichkeiten auszubilden, und trug maßgeblich bei der Erstellung des inhaltlichen Leitbildes sowie bei der Erweiterung des Schulgebäudes bei. Nicht nur die 623 Schüler und ihre Eltern, auch die 48 Lehrkräfte schätzten Stärk mit seiner Kompetenz und seiner offenen Art sehr. "Er hatte stets das Gesamtwohl der Schüler im Blick, nahm sich auch für seine Kollegen immer Zeit für ein Gespräch und suchte bei Konflikten loyal und diskret nach Lösungen", beschrieb Hermann Giray vom Lehrerkollegium den scheidenden Rektor.

Nie sei er ein Einzelkämpfer gewesen, man hätte auf ihn im Team zählen können. Nach dem Motto "lieber ein Gespräch mehr" wusste er mit den Anliegen der Eltern umzugehen, wie Elternbeiratsvorsitzende Brigitte Bösch betonte. Sie deutete die steigenden Schülerzahlen als ein Zeichen für die gute Fachkompetenz der Gustav-Messmer-Realschule, zu der Stärk seinen Beitrag geleistet hätte. Dankes- und Grußworte gab es auch von Wilhelm Holderle in Vertretung der Münsinger Schulen und von Schuldekan Meinrad Dusba, der den persönlichen Einsatz Walter Stärks für die Realschule hervorhob und ihn mit deren Namensgeber Gustav Mesmer verglich: "Auch sein Leben war ein dauernder persönlicher Einsatz". Mesmer hätte es ebenso wie Walter Stärk verstanden, seinen geschenkten Fähigkeiten einen Platz zu geben.

Wie sehr die Schüler von diesen Fähigkeiten profitierten, wurde im Vortrag der Schülerinnen Lorena Hägele und Isabel Lang deutlich. Witzig und schwungvoll packten sie ihrem bisherigen Rektor einen Umzugskarton und füllten ihn mit Erinnerungen und Gegenstände für seinen neuen Lebensabschnitt. Mit Magdalena Kalbfell rückt eine vertraute Person nach, die während der letzten vier Jahre an der Seite von Walter Stärk als Konrektorin arbeitete. Stärk bezeichnete sie als "Gewinn für die Schule", die "Begonnenes zu Ende führen und Neues zielgerichtet angehen kann".

Von einem reibungslosen Übergang sprach auch Schulamtsdirektor Hocker: "Was Besseres als Magdalena Kalbfell hätte dieser Schule und auch dem staatlichen Schulamt nicht passieren können". Stärk hinterlässt ein gut bestelltes Haus und mit seiner Nachfolgerin ist für Kontinuität gesorgt, weil beide gemeinsam als Schulleiterteam so manches bewegten. Für die neue Rektorin war dies eine wichtige und gute Zeit, in der ihr großes Vertrauen entgegengebracht wurde.

Unter Stärks Federführung sei eine "Werkstätte der Menschlichkeit" entstanden: "Ich möchte nun das Gute pflegen, neue Wege maßvoll und gut geplant beschreiten und alle, die am Schulleben beteiligt sind, mitnehmen", meinte Kalbfell. So könne das Schiff Gustav-Messmer-Realschule auf einem guten und sicheren Kurs gehalten werden.

Musikalisch wurde die Feier von Schülern und Lehrern festlich umrahmt.

Quelle: Alb-Bote