Am 13.3.09 berichtet der Albbote (M.Bloching) von unserem Singspiel:

"Die Vernunft erscheint in tausend Formen"
Der 5er-Chor der Gustav-Mesmer-Realschule führt in der Zehntscheuer das Musical "Tabaluga" auf

Vernunft gehört zum Erwachsensein - oder etwa nicht? Der 5er-Chor der Gustav-Mesmer-Realschule ging gemeinsam mit dem Drachen Tabaluga in der Zehntscheuer diesem Geheimnis bewegend auf den Grund.

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Der 5er-Chor der Gustav-Mesmer-Realschule führte das Musical Tabaluga auf. In dieser Szene unternimmt Tabaluga eine Reise zum Mond. Foto: Maria Bloching
Münsingen  Rund 70 kleine Tabaluga-Drachen eroberten am Mittwochabend die Bühne in der Zehntscheuer mit "feuriger" Leidenschaft, heiß darauf, endlich das zu zeigen, was sie seit Oktober mit viel Eifer und Intension gelernt hatten. (...)
 
"Es musste auf jeden Fall etwas sein, das auf dem Klavier spielbar und in einer kindgerechten Tonlage zu singen ist" - unter diesen Kriterien wurde das Stück "Tabaluga" von der Lehrerin ausgewählt. Aber auch, so gab sie gerne zu, weil sie diese Lieder von Peter Maffay, Rolf Zuckowski und Gregor Rottschalk schon als Kind geliebt und ständig auf Kassette gehört hatte. Mit ihrer Begeisterung steckte sie die Chorkinder an: Sie ließen sich von der Liebenswürdigkeit und der Entdeckungsfreude des kleinen Drachens gefangen nehmen und legten all ihre Sympathie für ihn in ihre Lieder, die sie äußerst eindrucksvoll dem begeisterten Publikum in der voll besetzten Zehntscheuer zu Gehör brachten. Gemeinsam begaben sie sich auf die "Reise zur Vernunft", auf die der große Drache Tyrion seinen Sohn Tabaluga schickte.

Begleitet von selbst gemalten Bildern, die den Zuschauern an die Wand projiziert wurden, machten sie sich auf, die Welt kennen zu lernen, um erwachsen zu werden. "Du wirst die Vernunft nicht leicht erkennen, denn sie erscheint in tausend Formen. Aber verlass dich auf die Kraft, die alles bewegt, die Fantasie. Sie wird dich führen und beschützen", gab Tyrion ihm mit auf den Weg, den Tabaluga übermütig und fröhlich antrat.
 
Mehr als alles andere spürte er diese Kraft der Fantasie in sich, doch eines war ihm schnell klar: "Was mein Vater sagt, ist ja ganz schön, doch kleine Drachen wollen meistens eigne Wege gehen", sangen die Kinder den bekannten Song des Rocksängers Maffay, der angesichts dieser kleinen Tabalugas seine Freude gehabt hätte.
 
Sie machten Bekanntschaft mit dem Mond, der erklärte, dass er die Uhr der Welt sei, sie lernten die Ameisen kennen, die im arbeitseifrigen Takt von "Arbeit ist das halbe Leben" sangen. Und da gab es auch noch einen ängstlichen Riesen und Zwerge, den Baum des Lebens, der Tabaluga sagte: "Irgendwann wirst auch du Wurzeln schlagen, denn man muss wissen, wohin man gehört." Nicht immer kann man mit allen befreundet sein, doch das muss nicht heißen, dass man sich feind ist. So zumindest schworen sich Tabaluga und der Feuersalamander, die sich zwar ähnelten, aber doch anders waren.
 
"Wenn du die Vernunft suchst, darfst du nicht im Trüben fischen", erklärte der Storch dem kleinen Drachen und schickte ihn zum Meer, um dort die Weisheit in klarer Tiefe zu finden. Doch die Delfine wussten es besser: "Den Dingen auf den Grund gehen? Alles Quatsch. Lieber sollte man sich des Lebens freuen, denn man weiß nie, was einen in der Tiefe erwartet."
 
Und auch die Kaulquappen rieten ihm: "Werde ein Frosch, aber sei kein Frosch." Na, was denn nun? Wo ist die Vernunft wirklich zu finden? Erschöpft ließ sich Tabaluga auf einer Insel nieder, hier traf er die kluge und weise Schildkröte Nessaja: "Erwachsen und vernünftig sein, was heißt das schon? Irgendwo tief in mir, bin ich ein Kind geblieben."
 
Ohne Textzettel, absolut stimmgewaltig und mit großer Überzeugung ließen sich die Fünftklässler auf die Abenteuerreise Tabalugas ein, sie drückten dem zauberhaften Märchen ihren Stempel auf und unterstrichen die tiefsinnigen Texte durch ihre Leidenschaft. Ihnen gelang es, ihr Publikum zu berühren, zum Nachdenken anzuregen und es aufzufordern, trotz des Erwachsenseins auch manchmal dazu zu stehen, dass in jedem Menschen in der Tiefe doch immer noch ein Kind steckt, das gerne träumt und etwas erlebt.
 
Das Stück wurde fächerübergreifend einstudiert. So betreute Regina Grohmann-Komizo die Leser Lisa Vogel, Dorotea Striga, Alexa Kächele und Micha Walz, Jutta Epple-Ulbrich zeichnete für die Choreographie verantwortlich, Daniel Edele übernahm im Kunstunterricht die bildliche Umsetzung und Christoph Blank die Fotografie.