Gedenktag des Nationalsozialismus
Der diesjährige Gedenktag unserer Schule fand am 27.01.2011 in der Zehntscheuer statt. Viele unserer Klassen besuchten die Veranstaltung.
Die Theatergruppe, welche aus 6 Schülerinnen der GMR-Schule besteht, wurde von Herrn Schillinger geleitet und die musikalische Abrundung kam von Frau Weißstern.
Die Theatergruppe führte das von Herrn Schillinger geschriebene Stück „Die Montagskinder“ auf (Textvorlage von Francois David). In dem Stück geht es um die Kinder, die an einem Montag geboren wurden und deswegen ein sehr schweres Leben hatten. Gerade weil sie an einem Montag geboren waren, wurden sie Ratten genannt, trugen Rattenmasken und wurden wie Dreck behandelt. Sie wurden für jedes Verbrechen verantwortlich gemacht, durften keine Berufe erlernen, hatten keine Rechte und mussten die Arbeiten der anderen verrichten. Sie wurden ausgegrenzt.
Sidonia, eine junge Frau bekam an einem Montag ihr Baby. Aber sie durfte ihr Baby nicht sehen, deshalb bekam sie ein Tuch über den Kopf. Als die Hebamme stolperte ,riss sie sich aus Reflex das Tuch vom Kopf. Sie wollte ihr Baby haben. Egal was ihr geschehen würde. Sie schnappte ihr Neugeborenes und floh. Als die Polizei dies erfuhr schickte der Polizeipräsident alle Polizisten los, um sie und ihr Kind zu suchen. Schließlich fanden die Polizisten Sidonia und bevor die Polizei ihr das Kind wegnehmen konnte, überwältigten die Ratten die Polizisten und halfen somit Sidonia. Sidonia bedankte sich bei den Ratten und nahm ihnen die Masken ab.
Vor dem Stück wurden einige Schüler aus den Klassen „herausgerissen“ und an einen seperaten Platz verwiesen- wie die Montagskinder im Stück.
Während des Stückes „bewachten“ einige Schüler der Klassen 8-10 die „Montagskinder“.
Nach dem Stück Interviewten Lorena und Adriana die so ausgegrenzten „Montagskinder“ und die erzählten dann, das sie sich nicht gut gefühlt haben, als sie von ihren Freunden getrennt wurden.
Danach kamen diejenigen, die die Montagskinder bewacht haben auf die Bühne und erklärten, warum dieses Theaterstück gerade heute aufgeführt wurde.
Es wurde an diesem Tag aufgeführt, weil an diesem Tag vor genau 66 Jahren das KZ Ausschwitz befreit wurde. In diesem Lager wurden Juden, Sinti und Roma untergebracht, nur weil sie eine andere Religion hatten, oder weil sie einem anderen Volksstamm angehörten und man ihnen misstraute. So wie in dem Stück die Kinder, nur weil sie an einem bestimmten Tag geboren wurden, oder sie als verflucht galten. Mit der Befreiung von Ausschwitz hatte die Ausgrenzung von Juden, Sinti und Roma ein Ende, so wie in dem Stück Sidonia die Masken der Ratten abnahm.
Die Bewacher legten nach und nach ihre schwarze Kleidung ab und trugen weiß als äußeren Kontrast zu der Bedrohung, die sie zuvor dargestellt hatten und „befreiten“die ausgerenzten Schülerinnen und Schüler, die sich dann wieder zu ihren Freunden setzen durften.
Die Veranstaltung endete mit einem Aufruf an alle Anwesenden, sich gegen Ausgrenzung zu wehren, denn die Geschichte zeigt, dass die Folgen schrecklich sein können.